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Gemeinde Höhenkirchen-Siegertsbrunn  |  E-Mail: rathaus@hksbr.de  |  Online: http://www.hoehenkirchen-siegertsbrunn.de

 

 

Erste Bürgermeisterin Ursula Mayer

Liebe Mitbürgerinnen, liebe Mitbürger,

  

    

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

 

erinnern Sie sich noch an Ihren 1. Schultag?  Bei mir ist der so in Erinnerung geblieben:

 

Unsere Oma (sprich Omma aus Neuss /Rhein) war auf Besuch und wurde an diesem für uns so großen Tag von meiner Mutter beauftragt „die Kleinen" - ich habe einen Zwillingsbruder -  in die Schule zu bringen, weil erster Schultag war. 1961. Wir waren die Jüngsten in der Klasse,  weil erst Ende Juli geboren.

 

Also sind wir losmarschiert, ich, ganz ungewohnt in einem Rock, ohne Schulranzen und Schultüte. Gab es damals nur für die feinen Herrschaftskinder ( das waren damals nur zwei von 10 Kindern!), aber das hat uns eigentlich nicht weiter gestört.

 

Nach rund fünf Minuten Gehweg waren wir bereits an der Schule angelangt. Das Schulhaus war damals nigelnagelneu. Zwei Klassenzimmer für acht Klassen,  ein Lehrerzimmer,  zwei Toiletten und ein Handarbeitszimmer. Das war in unserem kleinen Ort die Sensation. Meine vier größeren Geschwister waren bis dahin noch jeden Tag acht Kilometer in das Nachbardorf zu Fuß in die Schule gegangen, Winter wie Sommer.

 

Hinter der großen Eingangstür in der „Aula" - was für ein hochtrabender Begriff für die Pausenhalle - gab es keine große Auswahl an Zimmern. Also steuerte unsere Oma auf die linke Zimmertüre zu, öffnete sie, blickte kurz in das Klassenzimmer, das bereits gut gefüllt war, nickte dann und schob uns beide in den Raum  mit den Worten : „Nach Hause findet ihr allein."

 

Hinter uns fiel die Tür ins Schloss und wir waren allein. Alle Augen waren auf uns gerichtet, bis die Lehrerin sagte: „Ach, da san ja ‚die Zwillinge'!"   

 

Etwas verloren schaute ich mich um und siehe da, etwas weiter vorne sah ich einen meiner besten Spielkameraden Gotti (Gottfried und Zweitklassler) sitzen, den ich dann pfeilgerade ansteuerte meinen Bruder im Schlepptau. Dem Gotti war das sichtlich peinlich und sobald wir in seiner Nähe angelangt waren, zischte er uns zu „setzt eich doch do hi!"

 

Wir haben dann brav die beiden letzten freien Plätze eingenommen und ließen dem Geschehen seinen Lauf. Den anderen anwesenden Eltern wurde diktiert, was alles am nächsten Tag mitzubringen sei. Schiefertafel mit Schwamm und Stift, ein paar Farbstifte usw. usw. - eine lange Liste.  Dann war's auch schon wieder vorbei mit Schule. Die Lehrerein fragte uns noch, ob wir uns denn alles haben merken können. „Ja, freili mia san ja zu zwoat."

Es gab ein herzliches Gelächter.

 

Am nächsten Tag hatten wir tatsächlich alles dabei und so ging's los mit der Lernerei.

 

Ich wünsche allen unseren Erstklässlern einen schönen Schulbeginn und den Eltern ein vor allem entspanntes Denken an die Zukunft ihrer Sprösslinge. Wir haben's auch geschafft.

 

 

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Ursula Mayer

 

Erste Bürgermeisterin

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